Pilgerweg nach Assisi

  Stadt des Pilgerweg

”Vade Francisco et repara domum meam”

Link: Vita e opera di Francesco

Santiago und Assisi verbundene Städte

Die Legende erzählt, dass S. Francesco am 30. September 1224 la Verna verlassen hatte, nachdem er die Stigmata empfangen hatte.
Die Strecke, der er folgen sollte, löste sich Richtung Berg Arcoppe (Motalcoppi), dem Wald hin auf und erreichte eine Ortschaft names la Casella (Caprese Michelangelo), von wo aus man – über Castello di Montauto, Sansepolcro, Città di Castello,Assisi erreicht hätte.
In Casella wollte er kurz Halt machen, um einen Ritus zu machen. Von dieser Höhen aus, von der aus der Blick in die Weite der herrlichen Landschaft schweifen kann, schaute S. Francesco, dem sehr wohl bewusst war, dass dies eine Reise ohne Rückkehr war (er starb am 3. Oktober 1226 in Assisi) lange nach La Verna und sprach mit tiefster Inbrunst: "Auf Wiedersiehen, Berg Gottes, heiliger Berg, mons coagulatus, mons pinguis, mons in quo beneplacitum est Deo habitare! Auf Wiedersehen, Berg Alvernia; Gott Vater, Got Sohn, Gott Heiliger Geist segne Dich! Friede sie mit Dir, da wir uns nicht wiedersehen werden."

Aber die erste historische Spur, die man von der Einsiedlei von Casella hat, befindet sich auf einem Manuskript, das das Datum 30. September 1228 trägt, der Jahrestag der Abreise des Heiligen, aus dem man den zuvor zitierten Satz entnommen hat. Ähnliche Worte findet man in einem Buch, das in Florenz im Jahr 1628 gedruckt wurde und das in der Bibliothek von la Verna liegt, das, nach der Beschreibung des Aufenthaltes von S. Francesto, folgendes schreibt: "Nachdem er diese Worte Tränen überströmt gesagt hat, ließ er durch die seine Begleiter genau an jenem Ort ein Kreuz errichten, an dem er genau Dieses dem Berg gesagt hat und und brach auf. Zur Erinnerung daran, ließen die Gemeinden von Caprese, Sovaggio und andere umliegende Völker, nachdem er im Jahr 1229 heilig gesprochen worden waren, diese Kapelle errichten."
Im gleichen Text ist zu lesen: "In dieser Kapelle bewirkte der Herr viele Wunder, dank der Verdienste seines Dieners Francesco: jedes Jahr am zweiten Pfingsttag besuchen die umliegenden Völker diese Kapelle, und der Hochwürde Piovano von Sovaggio, unter dessen Pfarrei sie zur Kirche wurde, liest Euch an jenem Tag die Messe und die Frommen bieten an diesem hl. Ort ihre Gebete, Geschenke und Gelübde an. Wenn die Erde manchmal unter Regen leidet, schicken sich die Völker an, in Prozessionen um ihren Bedarf zu bitten und ziehen als Zeichen ihrer Bitte eine Platte auf ihr Dach auf; (seltsamerweise) sehr selten, im Gegenteil, man hat mir gesagt: nie hat es genau an diesem Tag geregnet oder nächsten. Das ist der Grund, warum diese Kapelle gebaut wurde."
Am Anfang wurde nur eine kleine Kapelle gebaut, neben der dann auch ein Romitorio entstand. Dieses gab es bereits 1522, weil in jenem Jahr, wie man aus einem Schriftstück des Archivs der Gemeinde Caprese Michelangelo weiß: „22. Januar 1522. Angekommen und erwartet, zur Kapelle sull’alpe di dicto comune ist ein Romito gekommen um dort zu leben, ein religiöser und frommer Mann, der gerne für sich und seinen Esel eine Unterkunft für vier große Goldgulden wollte.“
Es folgten im Laufe der Zeit ein Romito nach dem anderen in Casella, aber wir wissen nicht, ob dies ununterbrochen war oder sporadisch, zumindest in den ersten Jahrhunderten. Am 14. April 1733, stellt sich  Andrea Nofrini di fu Francesco der Pfarrei S. Biagio in Fragaiolo dem Bischof von Sansepolcro vor, um die Genehmigung zu erhalten “sich das Gewand des S. Francesco anzuziehen, um Einsiedler zu werden und bestmöglich Gott dienen zu können in seiner guten Berufung.“
Vom Ende des XVII. Jh. an gibt es viele Notizen über die Einsiedelei, viele Namen von Romiti, die sich dort aufhielten, detaillierte Beschreibung des Inneren der Kirche und des Romitoriums, Inventarlisten der Kirchengeräte und sehr genaue Kassenberichte über die Eingänge, die Ausgaben und der Spende der Gönner.Die Einwohner der naheliegenden Dörfer stiegen mit größter Hingabe zur Einsiedelie hinauf, um die religiösen Riten zu feiern, soweit, dass er schien, dass der letzte Romito (Pilger?), der als Einsiedler auf diesem Hügel bis zu Beginn unserer Jahrhunderts Giuseppe Veri von S. Giorgio in Salutio war.
Seitdem waren für sehr viele Jahre sowohl die Kriche, als auch das Romitorium verlassen und waren inzwischen auch schwer beschädigt, als in den 80er Jahren der Wunsch aufkam, die Einsiedelei der Anhänger von Chitignano, Caprese, Sabbiano e Chiuse della Verna wieder aufzubauen, gepaart mit der Befugnis von Verwaltern und öffentlichen Behörden der Illuminati, und im Lauf weniger Jahre harter Arbeit, zum Großteil ehrenamtlich, erstrahlte die Einsiedelei von Casella zu ihrem antiken Glanz.
Heute können wir wieder diese Luft der Heiligkeit atmen, die man seit jenem fernen Jahr 1228 atmen konnte, sich den alten S. Francesco vorstellen, der weinend auf einem Esel anhält, sich auf den Boden kniet und betet.

Ritorna Eremi del cammino

 

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