Pilgerweg nach Assisi

  Stadt des Pilgerweg

”Vade Francisco et repara domum meam”

Link: Vita e opera di Francesco

Eremo del Cerbaiolo

Die Einsiedelei von Cerbaiolo (861 ü.d.M) ist kleiner als die von Montecasale und liegt in einem Gebiet, das reich an natürlichen Klüften und Quellen ist. Durch seine Lage nahe bei dem Fluss Sinigiola, am Steilhang des Berges gelegen, ist die Einsiedelei, die im Mittelalter erbaut wurde die am höchsten gelegene, unter allen, die auf den Tiberabhang hin zeigen. Die Lage der kleinen Einsiedelei ist dem größeren, bekannten Kloster La Verna recht ähnlich: auch über Cerbaiolo hebt sich eine Felszacke ab, die an den casentiner Berg Penna erinnert, so sehr, dass das Volk sagt: «wer la Verna gesehen hat und nicht Cerbaiolo, der hat die Mutter gesehen, aber nicht das Kind.». Es ist nicht gewiss, ob Francesco d’Assisi dort zu Gast war oder nicht, aber die Überlieferung des Ortes erinnert an die Gastfreundschaft, die die Mönche der Einsiedelei ihrem Ordensbruder Antonio aus Padua angeboten haben, von dem heute noch gesagt wird, dass dies der Ort war, an den er sich zum Beten zurückgezogen hat.
Diese Einsiedelei wurde niemals von den Mönchen verlassen und hat das ganze Mittelalter über eine Gemeinschaft von Franziskaner beherbergt. Eine Zeitlang hat sie (zu Beginn des XIV. Jh.) auch eine internationale Gemeinschaft von italienischen und ausländischen Mönchen. Zwischen 1518 und 1520 stimmt die Gemeinde von Pieve Santo Stefano die Aufnahme einer Gruppe minderjähriger Mönche in Cerbaiolo zu als Ersatz für volljährige Mönche, die zuvor dort gewohnt hatten. Die minderjährigen Mönche verlassenen Cerbiolo 1783 auf Anweisung des Großherzoges von der Toskana und ziehen in das Kloster Madonna dei Lumi in Pieve Santo Stefano um. Die antike Einsiedelei wird nach 1786 Pfarrei.

Das sie während des Krieges im Sommer 1944 schwer beschädigt wurde, wurrde die Einsiedelei zum Teil 1955 und 1968 restauriert. In der Zwischenzeit erlangt sie ihre Berufung wieder und seit 1967 beherbergt sie eine Einsiedlerin, die der kleinen Gemeinschaft von der Hl. Elisabeth, einer Einrichtung für Laien, die nach der franziskanische Spiritualität lebt. Zurzeit bietet die Einsiedlerin, die letzte Erbin der alten Überlieferung religiösen Lebens, dessen Wurzeln im hohen Tal des Tibers eingegraben sind, all jenen Gastfreundschaft an, die einige Tag in engstem Kontakt zu Gott verbringen möchten. Die Kirche, die sich heute in den eleganten Formen der Renaissance präsentiert, wurde 1219 eingeweiht und dem Hl. Paulus, der Einsiedler, gewidmet; 1306 wird sich San Francesco gewidmet, aber 1524, nach ihrem Wiederaufbau in der heutigen Form, wird sie Sant’Antonio gewidmet; der kleine Chor wurde 1715 errichtet, während die Stuckarbeiten der Kapelle von Sant’Antonio auf das Jahr 1780 zurückgehen, die 1715 erbaut wurde; einige Fresken sind von dem pievesischen Maler Stefano Camaiti, der in Sansepolcro lebt und wirkt,. In seiner Schlichtheit und Eleganz erinnern sich die Besucher auch an die Einsiedelei von Cerbaiolo nicht wegen ihrer besonderen Kunstschätze, sondern wegen der außergewöhnlichen Wirkung des Platzes, von dem aus man ein herrliches Panoramo auf das Gebiet hat, das früher die Tiberebene war und heute der Montedogliosee ist.

Ritorna Eremi del cammino

Home